KulturCheck Analysetool

DGUV Kulturcheck für die Kultur der Prävention
Quelle IAG Report 2/2018

 

Mit umfangreichen Tools und Hilfsmaterialien erklärt die BG ETEM innerbetriebliche Kommunikation zur Chefsache.

Nach dem Arbeitsschutzgesetz muss ein*e Arbeitgeber*in regelmäßig seine „Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit … ausreichend und angemessen” unterweisen. Klar, Sie wissen das. Doch wissen Sie auch, wie viele der von Ihnen sorgfältig aufbereiteten Informationen bei Ihren Mitarbeiter*innen ankommen und Sicherheitsmaßnahmen zuverlässig durchgeführt werden?

Wenn es optimal läuft, sind Ihre Mitarbeiter*innen hoch motiviert und von der Sicherheitskultur Ihres Unternehmens so überzeugt, dass in Ihrem Betrieb Arbeitsunfälle nur noch selten und chronische Berufserkrankungen praktisch gar nicht mehr vorkommen.

Wie das gelingen kann, hat die BG ETEM in einem Sieben-Punkteplan für Vorgesetzte zusammengefasst.

Bei der Unterweisung von Mitarbeiter*innen kommt es in erster Linie auf die eigene Einstellung an. Also, wie halten Sie es selbst mit der Sicherheit am Arbeitsplatz und aus welchem Grund? Natürlich geben die eigene körperliche und psychische Unversehrtheit und die der Kollegen*innen genügend Anlass, sich um ein gesundes Arbeitsumfeld zu bemühen. Doch auch für den gesamten Betrieb ist die Qualitätssicherung und letztlich der unternehmerische Erfolg entscheidend abhängig von störungsfreien betrieblichen Abläufen.

Der richtige Ort und das Timing sind für eine effektive Einweisung maßgebend. Wann sind meine Mitarbeiter*innen aufnahmebereit und motiviert – eher vormittags oder nachmittags, kurz vor, bzw. nach dem Wochenende oder am besten in der Wochenmitte? Dabei hilft – so die Berufsgenossenschaft – ein „Blick auf die Leistungskurve“ Ihrer Kollegen*innen.

Ist der Schulungsraum eine gute Lernumgebung oder ist die Einweisung am Ort des Geschehens, also der Arbeitsplatz, die wirksamere Methode? Dies ist sicherlich abhängig von den Inhalten und den räumlichen Gegebenheiten, wie Lärm oder schlechte Sichtverhältnisse.

Zeigen Sie als Chef*in oder Vorgesetzte*r, dass Ihnen persönlich viel an Sicherheit und Gesundheit in Ihrem Betrieb oder Ihrer Abteilung liegt! Dr. Ronald Unger, Präventionsexperte der BG ETEM, betont, dass die Schulung von Mitarbeiter*innen nicht an Fachkräfte der Arbeitssicherheit und Betriebsärzte*innen delegiert werden soll. Deren Aufgabe ist es vielmehr, dem Unternehmen beratend zur Seite zu stehen.

Versetzen Sie sich in die Lage Ihres Mitarbeiters, Ihrer Mitarbeiterin. Beschäftigen Sie sich mit Art und Umfang seines/ihres Jobs und mit den Herausforderungen, welche sie/er arbeitstäglich meistert. In der Auseinandersetzung mit dem speziellen Arbeitsumfeld und dem Interesse an den Tätigkeiten lassen sich gemeinsam viel schneller arbeitssicherheitsrelevante Themen erarbeiten und fachbezogene Lösungen finden.

Schlussendlich sollte die Unterweisung dokumentiert und von den Mitarbeiter*innen unterschrieben werden – sozusagen als schriftlicher „Handschlag“ auf die Einhaltung der Regeln und Gesetze im Arbeitsschutz.

Hier nochmal die sieben Eckpunkte: 1. Eigene Einstellung prüfen. 2. Den richtigen Zeitpunkt und idealen Ort wählen. 3. Unterweisung zur Chefsache machen. 4. Empathie statt Hierarchie. 5. Was ist das Thema? 6. Mitmachen statt monologisieren. 7. Das Controlling.

Und nicht vergessen: Gehen Sie immer mit gutem Beispiel voran.

kommmitmensch ist eine Kampagne der Unfallkassen und Berufsgenossenschaften, die Sicherheit und Gesundheit in Unternehmen als “zentrale Werte” näher bringen wollen. Hier finden Sie eine Menge Schulungs- und Infomaterial zum Download und Streamen.

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